Carmen Schreiber



Philosopie: Führung und Beziehung zu einem Hund

Es gibt heutzutage immer noch viele Trainer, die nach oder mit einer gewissen Methode wie z. B. der klassischen Konditionierung arbeiten. Wir haben keine Methode sondern versuchen mit unserem Handeln ganz nahe an der Art und Weise der Kommunikation zu sein, in der auch Hunde miteinander kommunizieren.

Die "klassische Konditionierung" beinhaltet oft Hilfsmittel, wie z. B. Leckerlis oder einen Ball zur Belohnung. Der Mensch sagt dem Hund, was zu tun ist, wie z. B. Bleib, Bei Fuß, Hier, Nein, auf deinen Platz, Aus usw. und belohnt, wenn es der Hund in menschlichen Augen richtig gemacht hat.
Bei unserer  "Führung eines Hundes" ist es das genaue Gegenteil. Wir sagen dem Hund nicht, was er tun soll sondern teilen ihm nur mit, was nicht zu tun ist. So agiert auch ein Leithund - er führt das Rudel sicher und ruhig durch die Umgebung, ohne es in Gefahr zu bringen.
Bei uns Menschen steht immer die Sprache im Vordergrund - in der hundlichen Kommunikation geht es vielmehr um den Ausdruck der Mimik, Körpersprache, Energie und angemessenem Handeln, das der jeweiligen Situation und Individualität des einzelnen Hundes angepasst ist. Es ist wichtig, dass wir Menschen lernen, einen Hund ohne Kraft an der Leine, Kommandos oder jegliche Hilfsmittel zu führen und zu leiten.
Die meisten Probleme, die es zwischen Mensch und Hund gibt, entstehen durch falsche Kommunikation und auch Interpretation. Meine Art und Weise der Arbeit ist der Natur des Hundes angepasst. Ein ruhiges nebeneinander hergehen, sich an einem Führenden zu orientieren und gewisse Grenzen zu akzeptieren sind ganz natürliche Verhaltensweisen von Hunden. Diese können wir als Menschen problemlos kommunizieren ohne auf Konditionierung zurückgreifen zu müssen.
Unsere Hunde kommunizieren vordergründig über die Nase, dann die Augen und zum Schluss spielt das Gehör erst eine Rolle. Wir Menschen reden oft und zu viel mit unseren Hunden. Wenn sich Hunde untereinander begegnen, wird sich erst darauf geeinigt, wer "führt" und wer "geführt" wird. Der Führende beginnt dem Geführten bzw. dem Gefolge dann zu kommunizieren, was dieser nicht tun soll. Diese Dinge sind wichtig, um dem Gefolge Schutz und Sicherheit zu geben.
Menschen im Gegensatz verhalten sich oft ganz anders. Sie bringen dem Vierbeiner erst Liebe und Zuneigung entgegen und versuchen dann, ihm Grenzen und Regeln aufzuzeigen. Genau dieses menschliche Verhalten ist oft die Ursache für die Entstehung von Problemen wie Aggression, Angst, Ungehorsam und Fehlverhalten.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Menschen lernen, sich auf der Ebene des Hundes zu bewegen, in seiner Natur zu agieren, angemessen Grenzen und Regeln zu kommunizieren, ihm ein Leitwesen auf zwei Beinen zu sein, um dem Hund zu zeigen, dass er vertrauensvoll folgen kann und wir für die Sicherheit des Rudels zuständig sind. Wird uns dies gelingen, haben wir einen Freund an unserer Seite, der uns respektvoll gegenübertritt, uns mit Nähe, Vertrauen und Zuneigung belohnt. 
Lassen Sie sich auf das "Abenteuer Hund" ein und Sie werden in erster Linie eine Menge über sich selbst lernen...

Herzlichst
Carmen Schreiber

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